Kategorie-Archiv:Slackware

Jedi Outcast + Academy unter Linux spielen

jediAlte Spiele haben es mir angetan. Wie man anhand meiner Maintainer-Liste beim Wine-Projekt sehen kann, ist Zocken unter Linux gar nicht so ein großes Problem mehr, selbst wenn es von einigen Spielen nur Windows-Versionen gibt.

Umso erfreulicher ist es da, dass mit der Schließung von Lucas Arts nochmal ein letztes Aufbäumen erfolgte und der Quellcode von Star Wars Jedi Knight: Jedi Academy und Jedi Knight II: Jedi Outcast veröffentlicht wurde.

Dieser kann dank des OpenJK-Projektes auch unter Linux genutzt werden, wobei Jedi Outcast die schlechter gepflegte Version ist. Diese unterstützt nur Singleplayer und hat wohl auch einige gamebreaking Bugs, die mir bisher aber nicht aufgefallen sind.

Ich habe einen SlackBuild für Slackware 14.1 und -current erstellt. In diesem lässt sich auch für Nutzer anderer Distros leicht sehen wie die beiden Versionen gebaut werden. Ja, man muss den Quellcode zweimal kompilieren. 😛

Man benötigt lediglich OpenAL und SDL2, damit es läuft. Und natürlich die Originaldateien – es genügt, den „base„-Ordner des jeweiligen Spiels nach /usr/games/JediAcademy/base oder /usr/games/JediOutcast/base zu kopieren.

Standardmäßig unterstützen beide Spiele nur 4:3-Auflösungen.

Für moderne Bildschirme muss eine autoexec_sp.cfg (bzw. autoexec.cfg für Multiplayer) im base-Ordner erstellt werden:

set r_customWidth "1360"
set r_customHeight "768"
set r_mode "-1"
vid_restart
cg_fov "97"
cg_fovaspectadjust 1

Möge die Macht mit euch sein!

DirectX9-Spiele nativ unter Linux genießen

betrayerIch nutze Slackware nun schon seit Jahren, dementsprechend zocke ich auch dort und versuche – wenn möglich – das Booten in den Rotz von Microsoft zu vermeiden.

Die meisten Spiele laufen mit Wine mittlerweile ganz gut, jedoch meist etwas langsamer als unter Windows. Bei Spielen die meine Hardware sehr stark fordern, können eine Handvoll Frames schon den Unterschied zwischen Spielspaß und Hölle ausmachen.

Es gibt derzeit zwei Projekte, die wine verbessern – deren Code jedoch noch nicht in die Hauptversion eingeflossen ist.

  • wine-staging baut CSMT ein und sorgt dafür, dass man patentierte S3TC-Texturen nutzen kann, ohne die viele Spiele nicht laufen
  • wine-nine sorgt dafür, dass man mit einem aktuellen MESA-Treiber DirectX9 direkt an die Grafikkarte schicken kann, ohne es vorher aufwändig in OpenGL umzurechnen

Beide Versionen bringen jeweils ihren eigenen Performanceschub – man kann sie jedoch auch kombinieren:

  1. Zuerst installierte ich mir libtxc_dxtn – dieses muss zweimal kompiliert werden, einmal für 64bit und einmal für 32bit.
  2. Danach musste ich den Treiber für meine Radeon HD 6800 aus den aktuellen Quellen bauen, da die letzte releaste Version noch kein DRI3 beherrscht und daher etwas langsamer ist
  3. Ich setzte die Option „DRI“ „3“ in /etc/X11/xorg.conf.d/20-radeon.conf
  4. Nun modifizierte ich einen SlackBuild, welcher sich Wine zieht und mit den aktuellen Patches von staging und nine zusammensetzt.
  5. Zuletzt: Einen Symlink gesetzt, damit der richtige d3dadapter geladen wird:
    ln -s /usr/lib/d3d/d3dadapter9.so.1 /usr/lib64/d3d/d3dadapter9.so.1

    und in winecfg alle Grafikoptionen aktiviert – fertig!

native

Jetzt kann ich Betrayer mit der gleichen Performance wie unter Windows spielen. Geh kacken, Microsoft.

Update 5.10.2015: Ich habe den SlackBuild von AlienBob genommen und angepasst, so kann man jetzt auch die 64bit-Version von Wine vernünftig kompilieren und sich die Quellen automatisch ziehen. Außerdem spart man sich so den unschönen Symlink in Punkt 5. 🙂